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Was versteht man unter einem Wirtschaftsstandort?

Die Begriffe Unternehmensstandort und Produktionsstandort beziehen sich auf einen genauen geographischen Ort, an dem ein Unternehmen produziert, handelt oder eine Dienstleistung erbringt. Im Gegensatz dazu ist der Begriff Wirtschaftsstandort kontextabhängig. So können Wirtschaftsstandorte unterschiedliche geografische Ausdehnungen haben:

  • Städte und Gemeinden
  • Zweckverbände aus mehreren Gemeinden
  • Landkreise
  • Regionen
  • Bundesländer
  • Staaten

Die unternehmerische Entscheidung für einen Wirtschaftsstandort im Rahmen einer Neugründung, Unternehmenserweiterung oder Unternehmensverlagerung erfolgt in der Regel nach einer zuvor durchgeführten Standortanalyse. Für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens ist die Wahl des geeigneten Unternehmensstandorts essentiell und gleichzeitig oftmals eine große Herausforderung. Bei der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung eines Unternehmens nimmt die Standortentscheidung aufgrund ihrer langfristigen Auswirkung eine besonders wichtige Rolle ein. Eine qualifizierte Standortentscheidung basiert auf einer durchdachten Analyse, die alle relevanten Standortanforderungen berücksichtigt. Die Qualität bzw. Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes beeinflusst Unternehmen bei Ihrer Standortwahl. Je höher die Standortqualität, umso attraktiver ist der Standort für Unternehmen. Dabei variiert die zugesprochene Standortqualität aus Sicht der einzelnen Unternehmen, da sie sehr stark von den Anforderungen auf Unternehmensseite abhängig ist. Eine allgemeingültige Bemessung der Qualität eines Standortes ist daher nicht möglich.

Als Bewertungskriterien eines Wirtschaftsstandorts werden verschiedene Standortfaktoren herangezogen. Standortfaktoren sind die Gesamtheit aller maßgeblichen Eigenschaften eines Wirtschaftsstandortes, die Einfluss auf die Standortentscheidung von Unternehmen haben können. Die unterschiedlichen Ausprägungen der Standortfaktoren von Wirtschaftsstandorten führen zu unterschiedlichen Standortqualitäten, die sich wiederum auf die Attraktivität eines Standortes auswirken. Dabei gibt es je nach Unternehmen deutliche Unterschiede in der Bewertung der Wichtigkeit der einzelnen Standortfaktoren (branchen- und geschäftsfeldspezifische Unterschiede). Man unterscheidet harte Standortfaktoren von weichen Standortfaktoren. Harte Standortfaktoren sind quantifizierbar und können direkt in die Standortanalyse mit einbezogen werden. Dahingegen beziehen sich die weichen Standortfaktoren auf nicht messbare Aspekte wie das Wirtschaftsklima oder die Lebensqualität. Im Rahmen der Wirtschaftsförderung versuchen Kommunen, Regionen und andere Institutionen die eigenen Standortfaktoren positiv zu beeinflussen, um durch Unternehmensansiedlungen Beschäftigungszuwachs, Steuermehreinnahmen und Attraktivitätsgewinn des Standorts zu generieren.